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Geschichtsdaten in Kürze
8000 - 4000 v. Chr.: Es wird vermutet, dass das siedlungsgünstige Gelände am Geesthang im Bereich der Altstadt Verdens bereits in der mittleren Steinzeit besiedelt war.
Um 150 n. Chr.: Der Geograf Ptolemäus nennt den Ort Tuliphurdium.
Um 450 n. Chr.: In der Zeit der Völkerwanderung kamen die Sachsen in das hiesige Gebiet, das teilweise von den Chauken besiedelt war.
782: Frankenkönig Karl hält in Verden, dem Hauptort des sächsischen Sturmigaues, ein Strafgericht über die Sachsen ab, die das Christentum ablehnten. Nach Überlieferungen sollen 4 500 Sachsen hingerichtet worden sein.
Um 800 n. Chr.: Eine Urkunde über die Gründung des Bistums Verden trägt das Datum vom 29. Juni 786. Diese Urkunde ist seit vielen Jahren als Fälschung aus der Zeit um 1150 erkannt. Die Gründung des Bistums wird um 800 erfolgt sein.
810: In einer Urkunde, die Kaiser Karl der Große für das Kloster Ebersbach im Elsass ausgestellt hat, erscheint der Name "Ferdi in Saxonia" als Ausstellungsort. Zu dieser Zeit bestand danach wahrscheinlich in Verden bereits eine Kirche in der Karl Hoftag abhielt. Vermutlich war zu dieser Zeit auch hier der Bischofssitz. Holzreste der frühen Holzkirche sind für diese Zeit datiert.
849: König Ludwig der Deutsche nahm das Bistum Verden in seinen Schutz. Die Immunitätsurkunde aus dem Jahre 849 ist die älteste Urkunde im Niedersächsischen Staatsarchiv.
985: Kaiserin Theophanu verleiht für ihren minderjährigen Sohn König Otto III. dem Verdener Bischof Erpo (976 - 994) das Markt-, Münz-, Zoll- und Bannrecht, somit die uneingeschränkte Herrschaft im Bereich dieser Privilegien.
9./10. Jahrh.: Eine große Wallburg wurde zum Schutz im Dombereich und auf dem Gebiet des heutigen Burgbergs angelegt. Diese schützt weithin die Bevölkerung vor Wikinger- und Ungarneinfällen. Überreste wurden bei Grabungen 1959 und 1962 entdeckt.
1028: Die erste Steinkirche, in der Nachfolge von zwei abgebrannten Holzkirchen, wurde am 23. November geweiht.
1034: Früheste urkundliche Überlieferung als "Stadt Verden".
Nach 1150: Bau der St. Johanniskirche
1150 - 1180: Errichtung des romanischen Domes als Basilika. Erhalten sind der Turm und der Ostflügel des Kreuzganges.
1210: Bischof Yso lässt für den Schutz der Norderstadt die Stadtmauer errichten. Teile der Mauer und ein Wehrturm am Johanniswall sind noch erhalten. Yso wurde in der vor 1220 errichteten St. Andreaskirche beigesetzt. An sein Grab erinnert eine Grabplatte aus Messing, die als älteste Messinggrabplatte auf dem Kontinent gilt.
1220: Erstmals ist eine Brücke über die Aller erwähnt.
1268: Ein Feuer am 22. Oktober 1268 zerstört das Innere des romanischen Domes und das angeschlossene Kloster. Dieses wird nicht wieder hergestellt.
1290: Baubeginn des gotischen Domes, der erst 1490 vollendet wurde. Die Bauarbeiten ruhten von 1323 - 1473.
1330: Die Stadt Verden gab sich am 1. Mai ein Stadtrecht. Damals bereits tagte das Kollegium der Bürgerältesten im "Domus Consulum", dem Rathaus.
1350: Die unzureichend geschützte Süderstadt erhielt eine Stadtmauer, die an die bestehende Mauer der Norderstadt im Bereich der heutigen Schleppenföhrer Straße 1371 angebunden wurde. Die neue Mauer umzog die Süderstadt im Osten und Süden; nach Westen zur Aller hin wurde erst 1520 die Stadt befestigt. Zwischen beiden Städten blieb die Trennmauer im Zuge der Predigerstraße/ Nagelschmiede-straße bis zur Vereinigung 1667 bestehen.
1402: Der Seeräuber Claus Störtebeker wurde in Hamburg hingerichtet. Er soll zur Abbüßung der sieben Todsünden für den Verdener Dom sieben Fenster gestiftet haben. Überliefert ist auch eine Stiftung von ihm, nach der alljährlich am Montag nach Lätare Brot und Heringe an die Armen der Stadt verteilt werden sollen.
1406: Verden wurde freie Reichsstadt bis zum Ende des 30-jährigen Krieges.
1476: Bischof Barthold von Landesbergen (1470 - 1502) gründete das Nonnenkloster Mariengarten - auch "Unser lewen Frouven Rosengarten" genannt - für Augustinerinnen, die dort bis zum Beginn der Reformation wohnten.
1490: Der St. Marien Dom wurde in seiner heutigen Gestalt vollendet.
1526: Johannes Bornemacher, ein evangelischer Pastor aus Bremen wurde auf dem Burgberg als Ketzer verbrannt.
1568: Die Reformation wurde im Dom und damit im Stift Verden eingeführt.
1572: Die Nicolaischule besteht bereits auf dem Sandberg als Stadtschule, 1893 Umzug zur Zollstraße.
1578: Als Lateinschule wurde das jetzige Domgymnasium von Bischof Eberhard von Holle, dem Domkapitel und dem Rat der Norderstadt gegründet. Eine derartige Schule ist bereits vor dem Jahre 1000 nachgewiesen.
1618/48: Der 30-jährige Krieg brachte unendlich viel Leid über Verden. Dabei wurden zahlreiche Häuser in beiden Städten abgebrannt oder niedergerissen, weil die Besitzer geflüchtet waren. Erst 1626 wurde Verden, als Tillys Truppen das hiesige Gebiet besetzten, in das kriegerische Geschehen einbezogen. In der Folge wechselten dänische, kaiserliche und schwedische Truppen.
1648: Durch den Westfälischen Frieden fiel das Erzbistum Bremen ohne die Stadt Bremen und das Bistum Verden als Herzogtümer Bremen und Verden, unter Aufhebung des Domkapitels und anderer geistlicher Kollegien (Säkularisation), als Reichslehen an die schwedische Krone.
1648 - 1994: Die schwedische Regierung verlegte eine Garnison in die Stadt, die Soldaten waren in Bürgerhäusern einquartiert. Verden blieb auch nach dem Abzug der Schweden weiter Garnisonstadt für fast ausschließlich berittene Truppen unter den verschiedenen Obrigkeiten - Die militärischen Anlagen wurden 1945 von den britischen Truppen übernommen, die dann bis 1993 hier ihre Garnison hatten. Seit 1987 gehörte ein Verteidigungskreiskommando der Bundeswehr ebenfalls zur Garnison Verden. Mit der Auflösung dieses Kommandos im September 1994 ist das Kapitel "Garnisonstadt Verden" nach 346 Jahren zu Ende gegangen.
1649: Königin Christina von Schweden untersagt dem Rat der Stadt Verden die Fortführung der Hexenprozesse, die seit etwa 1517 viele Opfer gefordert haben.
1651: Die Süderstadt - die Domstadt - erhielt das Stadtprivileg und wurde selbständig.
1667: Die beiden Verdener Städte Norder- und Süderstadt wurden durch die schwedische Regierung vereint, die Trennmauer entfällt.
1719: Die Herzogtümer Bremen und Verden kommen durch Kauf zum Kurfürstentum Hannover, somit erhielt der Kurfürst, der in Personalunion König von England war, einen Zugang zur See.
1729 - 1733: Neubau des Verdener Rathauses, das unter Verwendung von Baumaterial des alten Rathauses an der gleichen Stelle gebaut wurde.
1780: Die Stadt begann sich von den vier Stadttoren und der Stadtmauer zu trennen, erst nach 1800 dehnte sich die Stadt über die Stadtmauer hinaus aus.
1797: Der Kirchhof für Dom- und St. Andreasgemeinde zwischen den beiden Kirchen, heute Domplatz, war überbelegt. Ein neuer Platz wurde vor den Mauern der Stadt ausgewiesen, der Domfriedhof an der Eitzer Straße.
1803 - 1815: Verden gehörte während der napoleonischen Kriege zu Preußen, zum Königreich Westfalen (1810) und Kaiserreich Frankreich (1811 - 1813). Fremde Truppen bildeten während dieser Zeit die Garnison.
1807: Die St. Johanniskirche trennte sich von dem um die Kirche liegenden Kirchhof und errichtete an der Bremer Straße einen neuen Friedhof.
1816: Eine Straßenbeleuchtung mit Öllampen wurde eingerichtet.
1828 - 1830: Gründliche Restaurierung zur Erhaltung des einsturzgefährdeten Domes.
1831: Die erste fiskalische Kaserne auf dem Holzmarkt wurde bezugsfertig. Seit 1648 lagen die Truppen in Bürgerquartieren.
1834: In der Nähe des Brunnenweges wurde der jüdische Friedhof eingerichtet. Vorher erfolgten die Beisetzungen in Hoyerhagen.
1847: Bau des Bahnhofes für die ab 12. Dezember 1847 in Betrieb genommene Eisenbahnstrecke Bremen - Hannover.
1848: Im Revolutionsjahr wird die Bürgerwehr eingerichtet.
1856: Eine katholische Gemeinde wurde in Verden gegründet.
1858: Einweihung der Synagoge auf dem Johanniswall.
1860: Gründung der Neuen Schule am Nikolaiwall, Vorgängerin der Realschule.
1866: Am 3. Oktober 1866 annektiert Preußen das Königreich Hannover. Verden wurde preußisch.
Bau der Gasanstalt vollendet, diese war anfangs nur für die Straßenbeleuchtung gedacht.
1872: Das Domgymnasium erhält an der Grünen Straße ein neues Gebäude.
1875: Gründung des Lehrerseminars im früheren Gymnasialgebäude vor dem Dom, später bis 1926 an der Eitzer Straße.
1877: Neubau eines Schulgebäudes für Mädchen als Vorläufer eines Lyzeums, heute Gymnasium am Wall.
1879: Das Verdener Landgericht, vorher Großes Obergericht, wird mit 21 Amtsgerichtsbezirken das größte Landgericht in der Provinz Hannover. Das Gebäude wurde 1883 errichtet.
1882: Der Promenadenverein wird gegründet. Dieser fördert die Anlage des Bürgerparks und des Stadtwaldes mit finanzieller Unterstützung des Bürgermeisters Münchmeyer. Der Stadtwald hat heute eine Größe von rund 260 Hektar.
1890: Gründung des Verdener Rennvereins
1891: Erstes Pferderennen auf den Wiesen der Maulohe.
1892: Inbetriebnahme des Städtischen Krankenhauses und des Wasserwerkes.
1894: Verden erhält die Kanalisation.
1903/05: Umbau und Erweiterung des Rathauses, dabei Errichtung des Turmes.
1910: Die Kleinbahn Verden - Walsrode wird in Betrieb genommen.
1913: Einführung der Elektrizität in Verden.
1928: Bau der Eisenbahnlinie Verden - Rotenburg mit Anschluss nach Hamburg
1930: Erstes 10-Tage-Reit- und Fahrturnier im neuen Stadion.
1933: Anlage der Rennbahn um das Stadion herum und die Nordbrücke wird als zweite Brücke der Stadt fertiggestellt.
1934: Bau des Sachsenhains
1935: Neubau und Erweiterung der vorhandenen Kasernen für die Garnison.
1938: In der Progromnacht wurde in den Morgenstunden des 10. Novembers die Synagoge am Johanniswall zerstört.
1939 - 1945: Im Zweiten Weltkrieg sind im Stadtgebiet Verden durch Tiefflieger- und Artilleriebeschuss 33 Tote und etliche Verwundete zu beklagen. Materieller Schaden ist kaum entstanden. Am 13. April 1945, einige Tage vor dem Einmarsch der britischen Truppen, wurden die Brücken gesprengt, dabei trat Dach- und Glasschaden auf. Besonders betroffen waren aus historischer Sicht die farbigen alten Fenster der Kirchen. Die katholische Kirche erhielt Bombentreffer im Mittelschiff und am Turm, weitere Häuser wurden beschädigt. Mit dem Einmarsch der britischen Truppen am 17. April 1945 war für Verden die Zeit des Krieges vorbei.
1945: Im November ernennt die Militärregierung einen Rat für die Stadt.
1946: Erste demokratische Stadtratswahl.
1947: Gründung der hannoverschen Reit- und Fahrschule.
1948: Erstes Nachkriegsturnier vor 25.000 Zuschauern.
1949: In der Halle am Lönsweg wurde die erste Eliteauktion hannoverscher Warmblutpferde durchgeführt.
1950: In Verden wurde das 1. Niedersächsische Landesturnfest abgehalten.
1960: Grundsteinlegung der heutigen Firma Mars Petcare GmbH (1959 als Deutsche Petfood GmbH gegründet, 1960 umbenannt in Tierfeinkost-Werke Verden, 1966 umbenannt in Effem GmbH, 2001 umbenannt in Masterfoods GmbH, seit 2007 Mars Petcare GmbH)
1962: Die Stadt erhielt in der Nähe der Sportanlagen ein Freibad, das Baden in der Aller ist seit einigen Jahren nicht mehr erlaubt. Im gleichen Jahr wurde die Stadt an die Bundesautobahn angeschlossen.
1965: Patenschaftsübernahme für die Stadt Preußisch-Eylau/Ostpreußen
1966: Begründung der Patenschaft zum Schnellboot "Hyäne" der Bundesmarine.
1967: Die Patenschaft mit der französischen Stadt Saumur/Loire wurde aufgenommen.
1972: Durch die Gemeindereform in Niedersachsen erfolgte am 1. Juli 1972 die Eingliederung der Gemeinden Borstel, Dauelsen, Eitze, Döhlbergen, Groß Hutbergen, Klein Hutbergen, Hönisch, Scharnhorst und Walle in die Stadt Verden.
1973: Einweihung der Niedersachsenhalle an der Lindhooper Straße und Inbetriebnahme des Hallenbades am Saumurplatz.
1975: Am 8. November wurde der erste Abschnitt der Fußgängerzone freigegeben.
1976: Großfeuer im Jugendhof am Sachsenhain dabei wurden die alten niedersächsischen Bauernhäuser zerstört, 1979 wieder errichtet.
1978: Eröffnung des Jugendzentrums.
1980: Das 7. Niedersächsische Landesturnfest wurde ebenfalls in Verden abgehalten.
1983: Verlängerung der Fußgängerzone bis zur Herrlichkeit.
1985: Jubiläumsfeierlichkeiten aus Anlass der Verleihung von Markt-, Münz-, Zoll- und Bannrechten vor 1000 Jahren. Als internationale Würdigung erhielt die Stadt Verden die Europafahne verliehen, viele weitere Ehrungen folgten.
U. a. wurde der Stadt eine 60-Pfennig-Briefmarke gewidmet, ein Airbus der Lufthansa heißt nun "Verden". Höhepunkt des Festjahres war am Tag der Niedersachsen der Besuch des Bundespräsidenten Dr. Richard von Weizsäcker.
Stiftung des Störtebekerbrunnens durch Verdener Geldinstitute.
1986: Fertigstellung des Alleruferweges vom Mühlentor bis zur Eisenbahnbrücke. Die Weiterführung zwischen Südbrücke und Blumenwisch wurde 2002 gebaut.
1988 - 1992: Erweiterungsbau des Rathauses an der Ritterstraße und Restaurierung des alten Rathauses.
1990: Die Partnerschaft mit der Stadt Havelberg (Sachsen-Anhalt) und der Stadt Warwick/England begann.
1990 - 1992: Neugestaltung Norderstädtischer Marktplatz und Große Straße - rund um das Rathaus.
1993: Am 5. September wurde das Mahnmal für die ermordeten jüdischen Bürger der Stadt eingeweiht.
Partnerschaftsaufnahme mit der polnischen Stadt Zielona Gora/Grünberg.
1994: 346 Jahre Garnisonstadt Verden sind zu Ende gegangen.
1996: Partnerschaftliche Verträge wurden unterzeichnet mit der russischen Stadt Bagrationowsk/Preußisch-Eylau und der polnischen Stadt Gorowo Ilaweckie/Landsberg/Ostpreußen.
1997: Die Europameisterschaft der Dressurreiter findet erstmalig in Verden statt.
1998 - 1999: Umbau des Kasernengeländes am Holzmarkt in ein multifunktionales Kultur- und Veranstaltungszentrum mit Stadthalle, Deutsches Pferdemuseum, Stadtbibliothek und Einkaufszentrum. 500 Hufeisen werden zwischen der Herrlichkeit und dem Holzmarkt in den Gehweg eingelassen.
1999: Die Verwaltung des Landkreises bezieht das umgestaltete Kasernengelände an der Lindhooper Straße.
2000: Expo 2000 in Hannover. Registrierte Projekte in Verden: "Verden - Zentrum der Tierzucht", "Holzheizwerk Verden".
2002 - 2010: Jährliche Weltmeisterschaft der jungen (5- und 6-jährigen) Dressurpferde
2004: Wahl eines hauptamtlichen Bürgermeisters. Die von der britischen Besatzungsmacht 1945 eingeführte Zweigleisigkeit - ehrenamtlicher Bürgermeister und beamteter Stadtdirektor als Leiter der Verwaltung - ist damit beendet.
Sanierung des Ackerbürgerhauses in der Strukturstraße 7.
2007 - 2009: Verlegung von 56 "Stolpersteinen" in der Innenstadt zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus.
2008: Errichtung des John-Lennon-Denkmals am Mühlentor zur Erinnerung an den Besuch des Musikers und Schauspielers zu Dreharbeiten für den Film "Wie ich den Krieg gewann" in Verden 1966.
2010: Neubau der Südbrücke & Umbau der Niedersachsenhalle
2014: Eröffnung des neu gestalteten Rathausplatzes
2016: Eröffnung des Allerparks
2019: Eröffnung der Aller-Radbrücke Verden/Wahnebergen
2023/2024: Zum Jahreswechsel großes Hochwasser
